Christkindlmarkt 2009
"Zufrieden, aber nicht euphorisch"
Zapfenstreich um 20 Uhr. Am Mittwoch vor dem Heiligen Abend ist der Christkindlmarkt auf dem Theaterplatz zu Ende gegangen. Die Standlleut’ ziehen eine verhalten positive Bilanz.
"Wir sind zufrieden, aber nicht euphorisch", erklärt Karl-Heinz Mitterhuber, stellvertretender Vorsitzender des Verbands der Marktkaufleute und Schausteller in Ingolstadt. "Die Umsätze waren minimal schlechter als im vorigen Jahr", räumt er ein. Aber insgesamt sei die Kauflust zurückgegangen. Mitterhuber muss es wissen: Im kommenden Jahr wird er zum 20. Mal mit Kunstgewerbe auf dem Christkindlmarkt stehen. Die Preise seien in der Zeit gestiegen, fügt er an, und der Mark trauert er noch immer nach. "Außerdem sitzt den Leuten der Geldbeutel nicht mehr so locker", hat er festgestellt.
Diesen Eindruck bestätigt Ingeborg Prummer, die seit 22 Jahren Weihnachtsschmuck anbietet. "Es gibt nichts zum Jammern", tröstet sie sich eher selbst. Aber der Umsatz hätte besser sein können. Vor allem bei Christbaumkugeln sei die Nachfrage komplett zurückgegangen. "Vor zwei Jahrzehnten habe ich ausschließlich Kugeln verkauft. Heute bin ich froh, wenn ich am Tag vor Heiligabend zehn Schachteln absetzen kann", erzählt Ingeborg Prummer. Die Konkurrenz sei zu groß. Im übrigen Angebot müsse jedes Jahr was Neues sein. Darauf legten die Stammkunden wert.
Kaufhäuser, Internet, Verkaufssendungen im Fernsehen: Helmut Aprill, in der vierten Generation Marktbeschicker, macht das Überangebot, das heutzutage herrsche, für den Umsatzrückgang verantwortlich. Früher sei das Interesse der Kunden an Schafwollprodukten größer gewesen. Aber die "klassischen Käufer", wie er sie nennt, gebe es nicht mehr.
Dass er wiederkommen will, ist für Didier Gaglewski aus der französischen Partnerstadt Grasse keine Frage. Seine Crêpes und Parfüms seien gefragt. "Und ich habe hier viele Freunde gefunden." Auch die Verkäufer von Schafwollprodukten aus Oppeln (Polen) freuen sich auf den nächsten Markt, obwohl ihr Stand keineswegs zentral liegt.
Sicherlich wieder dabei ist Dora Hörmandinger mit ihrem "Süßen Paradies". Auf ihre Initiative ist es in erster Linie zurückzuführen, dass der Christkindlmarkt vor Jahren ein einheitliches Gesicht und eine Einfriedung bekommen hat. Sie glaubt das Geheimnis des Erfolgs zu kennen: "Man darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Man muss immer wieder Neues bieten. Die Leut’ sind nämlich verwöhnt."
Quelle: Donaukurier / Angelika Donauer 23.12.2009






