Christkindlmarkt 2011
Im nieseligen Dauerregen haben gestern die Abbauarbeiten am Christkindlmarkt begonnen. Das letzte Türchen am großen Adventskalender war bereits drei Tage vor Heilig Abend geöffnet worden. Unter den Gästen am Glühweinstand sorgte der frühe Abbau für Unmut. Offiziell endet der Markt schließlich erst heute um 20 Uhr, warum muss die Bühne mitsamt Kalender – und damit ein Teil des weihnachtlichen Flairs – schon am Tag zuvor verschwinden? „Das geht leider nicht anders“, sagt Friedhelm Lahn vom Kulturamt. Wenn am 23. der Abbau der Budenstadt beginnt, muss die Anfahrt, in der die Bühne steht, für Transporter frei sein, so Lahn.
Den Markt auch am 24. zu öffnen, wie es sich mancher Besucher wünscht, sei aus ähnlichen Gründen nicht möglich, ergänzt Karl-Heinz Mitterhuber von der ArGe Volksfeste, Dulten und Märkte Ingolstadt. Zu knapp wäre die Zeit, um die Stände vor der Bescherung komplett abzubauen. Über die Feiertage entstünden so unverhältnismäßige Kosten, da ein Sicherheitsdienst zwei Tage und drei Nächte Streife gehen müsste.
In diesem Jahr verzeichneten die Budenbetreiber leichte Umsatzeinbußen. Mitterhuber erklärt das mit dem schlechten Wetter. Trauriger Höhepunkt war Freitag, der 16.. Sturmtief Joachim bescherte dem Budenzauber ein jähes Ende. Eine Stunde früher als geplant musste der Markt schließen.
Die jüngsten Diskussionen um den Christkindlmarkt haben auch die Standbetreiber erreicht. Die Forderung nach mehr Kunsthandwerk „kann ich schon nicht mehr hören“, so Mitterhuber. Es habe den Versuch gegeben, die Künstler seien auf ihren Waren schlicht sitzengeblieben. Viele hätten auch nicht die Zeit, sich vier Wochen täglich an einen Stand zu stellen. Für einen alternativen Christkindlmarkt, wie er ebenfalls manchmal vorgeschlagen wird, sei Ingolstadt zu klein. Das hätte das Experiment mit der Schlossweihnacht gezeigt.
„Eine Anbindung in die Fußgängerzone wäre aber schon toll.“ Mitterhuber schwebt ein künstlerischer Ableger-Markt im Schlosshof vor, der nur an den Wochenenden öffnet. Auch Lahn hält das für eine gute Idee. Vielleicht kämen dann die Busse voller Touristen, die er sich mittelfristig für den Ingolstädter Markt erhofft. Es sei alles eine Frage der Finanzierung, so Lahn.
„Wir versuchen, jedes Jahr besser zu werden“, sagt Silvia Künkler-Hörmandinger, die auch in der Arge engagiert ist. Den Markt bis ins Schloss auszuweiten, kann sie sich gut vorstellen. Bis dahin wünscht sie sich, dass die Schanzer ihren Markt mehr würdigten. Die Krampusgruppe aus Unterschleißheim lobe ihn jedes Jahr als den schönsten Christkindlmarkt ihrer Tournee. Kritik käme stets nur von Ingolstädtern.
Quelle: Donaukurier 22.12.2011 / Von Johannes Hauser








