Krampusse fallen in Ingolstadt ein
Mit ihren Masken sehen sie zum Fürchten aus. Dennoch brauchen die Kinder keine Angst zu haben, wenn am Sonntag gegen 16 Uhr die Krampusgruppe aus Unterschleißheim über den Ingolstädter Christkindlmarkt herfällt. Zwölf Krampusse, ein Knecht Ruprecht, aber auch zwei Engel und natürlich St.Nikolaus werden erwartet, um einen Brauch, der normalerweise vor allem im Münchner Umland und in den bayerischen Alpen bekannt ist, nach Ingolstadt zu tragen: das Nikolausgehen, zusammen mit dem Knecht Ruprecht und den Krampussen.

Unterschiede in der Darstellung sind regional erkennbar, jedoch von gleichem Ursprung. Doch ob Krampus, Taxenhacker oder Pelzmärtl – sie alle haben eines gemeinsam: sie sind überlieferte Zeugen der grauen Vorzeit, aus vorchristlich-heidnischen Zeiten, in denen sich die Angst jener unwissend und nicht missionierten Menschen widerspiegelt.
Die Krampusgruppe Unterschleißheim pflegt diese altehrwürdige historisch christliche Nikolausdarstellung im Advent. Die Ruten, die die Krampusse tragen, streiften als Fruchtbarkeitsritual die Beine der Besuchten. Mit ihnen wurde nie geschlagen!
Quelle: Donaukurier / 6.12.2011

