Glühweinduft liegt in der Luft
Vom Schnee fehlt bisher jede Spur, doch seit gestern weihnachtet es in der Stadt: um 17.10 Uhr schaltete Bürgermeister Albert Wittmann die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Christkindlmarkt und in der Innenstadt ein und eröffnete damit den Christkindlmarkt.
Es ist bitterkalt draußen, dennoch haben sich viele Leute auf dem Christkindlmarkt versammelt. Sie warten gespannt, während die Mailinger Blosn „Oh du fröhliche“ spielt und der Duft von heißen Maroni herüberweht. Auf einmal ruft der vierjährige Nico: „Da ist das Christkind!“ Er hat Recht – auf der Bühne erscheinen Christkindl Julia Förstl, Nikolaus Rainer Steinhilper und Bürgermeister Albert Wittmann. Der Bürgermeister hält seine Rede kurz, lobt nur den Christkindlmarkt, der „nicht der größte, aber einer der schönsten“ ist. Dann ist es so weit: Wittmann drückt einen dicken roten Knopf und die Weihnachtsbeleuchtung der Stadt erstrahlt – der Christkindlmarkt ist eröffnet.
Die Kleinen sind wegen dem Christkind gekommen, die Großen lockt der Glühwein. Eine Gruppe Jugendlicher wärmt die Hände an Tassen voll dampfenden Inhalts und unterhält sich lachend. Die 14 Monate alte Sarah hingegen interessiert Glühwein nicht im Geringsten. Das Christkind dafür umso mehr. Gleich dreimal rennt sie zu ihm und lässt sich Süßigkeiten in die Händchen drücken. Auch Jonas (2) nutzt die Gunst der Stunde: „Ich hab dem Christkind gleich gesagt was ich mir wünsche – Geschenke!“ Die Eltern von Juan David (5) und Angie (4) haben Mühe, die Kinder davon abzuhalten, gleich alle Süßigkeiten zu vernaschen. „Erst gehen wir was Gescheites essen!“
Am nächsten Glühweinstand haben sich fünf ältere Herren um einen der Tische versammelt. „Wir haben unsern Stammtisch einfach hierher verlegt“, erzählt einer von ihnen. Statt Bier gibt es heute eben Feuerzangenbowle. Aber auch an den Imbissständen geht es rund. Zwar ist der schneelose Theaterplatz mit dem Herbstlaub am Boden nicht gerade winterlich – die Temperaturen sind es dafür umso mehr. So eilen die Besucher an die Stände, um schnell etwas Warmes in den Bauch zu bekommen.
Die Ingolstädter Unicef-Gruppe ist ebenfalls vertreten und verkauft Postkarten für karitative Zwecke. So können die Marktbesucher, nachdem sie Punsch und Bratäpfel genossen haben, gleich etwas Gutes tun. Denn eigentlich ist Weihnachten doch vor allem eines: das Fest der Nächstenliebe.
Quelle: von Jessica Roch / Donaukurier 24.11.2011

